WENN OMA KRANK IST MUSS MAN HELFEN!

Der BFC Dynamo tourt durch Berlin
Frank Willmann im Gespräch mit Uschi.

(Fotos von Knut Hildebrandt)

Der DDR-Rekordmeister geht am Stock. Das zweite Jahr spielt der Club nun in der fünften Liga, der Verbandsliga Berlin. Immerhin gibt es ihn noch, wenn auch seit Oktober 2001 ein Insolvenzverfahren läuft. Clubpräsident Peters ist zuversichtlich, die Insolvenz abzuwenden. Alle Unterlagen sind eingereicht, nun wartet man auf ein Signal der Hauptgläubiger. Auf Dauer ist ein Ãœberleben des BFC nur möglich, wenn ihm der Aufstieg in die Oberliga Nordost gelingt. Dort warten attraktive Gegner und es gibt auch etwas Fernsehgeld. Geld hat der Club keines, man lebt gegenwärtig hauptsächlich von den Mitgliedsbeiträgen. Die alten Dynamo-Kader des MDI haben sich längst in die Büsche geschlagen. Viele Fans sind nach der Insolvenz Mitglied geworden, um so ihren Verein zu unterstützen. Ohne die Fans wäre der Club längst tot. Sie suchten sich ihren neuen Präsidenten selbst und besorgten für die letzte Verbandsligasaison eine Mannschaft. Immer wieder sammelten sie Geld, bauten sich ein Vereinsheim und organisierten Solidaritätsveranstaltungen wie etwa „Saufen für den BFC“. „Saufen für…“ wurde sogleich von diversen anderen Fangruppierungen Deutschlands kopiert. Die neue Saison beginnt am 10. August. Gleich am 1. Spieltag muss der BFC im Sportpark Neukölln gegen Tasmania 73, den vermeintlichen Hauptkonkurrenten um den Aufstieg, antreten. Sicher werden ihn dann um die 500 Fans begleiten, die wiederum von etwa 250 Polizisten umsorgt werden. Für die Berliner Polizei ist ein großer Teil der Fans des BFC Dynamo eine Ansammlung von Schlägern und schlimmen Fingern. Das hat seine Ursache in der Vergangenheit, als BFC-Fans immer wieder in schwere Auseinadersetzungen mit Polizei und den Fans anderer Clubs verwickelt waren. Mitte Juni 2003 wurde ein Freundschaftsspiel des BFC in Worms abgesagt, nachdem die Berliner Polizei ihre Wormser Kollegen vor einfallenden Hooliganhorden warnte. Die Stadtväter des ehrwürdigen Worms wollten ihr Städtchen nicht den modernen Mongolen überlassen und verbaten sich den Auftritt der Hauptstädter.

Bei weitem nicht alle Fans gehen zum BFC, um sich aufs Maul zu hauen. Einer von den ihnen ist Uschi (Foto rechts). Uschi ist seit Urzeiten BFC-Fan und hat den Club in allen Zeiten die Treue gehalten. Er versorgt im Bräustübel (in der Brunnenstrasse 178 in Berlin-Mitte) am Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 24 den durstigen Mann. Außerdem hat er eine überaus umfängliche Sammlung diverser BFC-Devotionalien in seinem Heim untergebracht.

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