Unnütze Zeitverschwendung

aber dafür ist es lustig.

Eine Perle des Internets sind die gesammelten Zuschauerbriefe der Fernsehzeitschrift Hörzu. Unter
zuschauerpost können von der ersten Ausgabe an alle Einsendung nachgelesen werden und dokumentieren damit ein langes Kapitel deutscher Fernsehkultur.
Die Nachkriegsjahre mit nur wenigen Fernsehgeräten, das Wunder von Bern, der Wechsel zum Farbfernsehen und die Frage welche Sendungen in Farbe ausgestrahlt werden sollen, all das und noch viel mehr kann man da finden.
Eine kleine Auswahl älterer Leserbriefe kommen jetzt.

Das Zweite Fernseh-Programm — „Hör Zu“ Nr. 5 / 1957, S. 29:

Die Ausstrahlung eines Zweiten Fernseh – Programms ist bestimmt eine feine Sache. Würden Sie uns aber bitte sagen, ob man dieses Zweite Programm auch ohne weiteres empfangen kann? Muß man dazu jeweils die Antenne drehen und einen anderen Kanal einschalten, oder wie geht das vor sich?
-F.M. aus Soltau-

Antwort der Hör Zu-Redaktion: Ja, Sie müssen einen anderen Kanal einschalten; Kanal IV. Für ihn sind die Kontakte schon in vielen „zukunftssicheren“ Empfängern vorgesehen. Außerdem brauchen Sie ein billiges Einsetz – Gerätchen als Ergänzung.

———Das könnte meine Oma gewesen sein, vom Technikverständniss her.

Reklameläufer — „Hör Zu“ Nr. 11 / 1957, S. 53:

Ich sehe ab und zu in unseren Straßen Leute mit Reklameschildern herumlaufen. Diese armen Männer tun mir jedesmal leid, denn allzu viel wird ihnen das wohl nicht einbringen. Ich sehe sehr oft bei Skiwettkämpfen unsere größten und berühmtesten Sportler mit Reklameschildern an den Start gehen. Werden diese Sportler dafür bezahlt? Was bekommen sie dafür? Haben die Sportler das nötig? Ich finde, sie sollten sich schämen, auf diese Weise einen Teil ihrer Unkosten hereinzuholen. Sie sollten sich dafür zu schade sein. Verstößt das nicht gegen das Amateurgesetz?
-R. N. aus München-

Reklame in der Tagesschau — „Hör Zu“ Nr. 11 / 1957, S. 53:

Die Tagesschau sollte sich weigern, bei Skiwettkämpfen die Läufer mit Reklameschildern auf Brust und Rücken zu zeigen. Es wird höchste Zeit, daß mit dieser Schleichwerbung Schluß gemacht wird.
-K. L. aus Hamburg-

—————Lustig, das interessiert heute absolut niemanden mehr.

Beat-Club — ARD — „Hör Zu“ Nr. 11 / 1966, S. 73:

Mir hat die Sendung gefallen. Bin jetzt 95 Jahre alt. Da wollen beim Tanzen die Beine nicht mehr so. Nach dieser Sendung habe ich es auch im Rücken.
-Wilhelm H. aus Berlin-

Als ich diese grölenden und jaulenden Instrumentenquäler sah, dachte ich, es handelte sich um eine Übertragung aus Hagenbecks Affenhaus.
-Herbert H. aus Krefeld-

———-besonders gut, mit 95 Jahren tanzt Oma in ihrer Stube und holt sich vom Beat-Club nen Rückenschaden.

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