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Der Artikel
„Oh My!
Drüben, da wo die Sonne aufgeht, da wo wann am liebsten mit dem Handy bloggt (Erklärung dazu in Kopie des Artikels), in dem Staat, dessen Hauptstadt hierzulande nur selten korrekt ausgesprochen wird, genauer gesagt im Süden Koreas, dort gibt es auch etwas lustiges: OhMyNews.com gehört zu den populärsten Webseiten des Landes und wird fast ausschließlich von seinen Lesern gefüttert. „Bürgerjournalismus“ nennt das der Gründer und Herausgeber Oh Yeon-Ho, dessen Vorname nur zufällig mit der ersten Silbe der Domain identisch ist. Oh gründete die Site als Gegengewicht zur konservativen, von der so genannten Gerontokratie beherrschten Presse und ist mittlerweile mit seinen täglichen zwei Millionen Lesern eine wahre Medienmacht im Land. Ein südkoreanische Diplomat sagte einmal dem Guardien: „Kein Politiker kann sich leisten, OhMyNews zu ignorieren. Südkorea verändert sich in einem Maß, dass wir selbst noch nicht glauben können“.
Das Geheimnis des Erfolgs sind dabei die rund 26.000 Hobbyisten aus sämtlichen Gesellschaftlichen Schichten, die mehr oder weniger regelmäßig ihre Berichte, Reportagen und Kommentare an die Redaktion schicken, wo sie gesichtet und die Fakten gegengecheckt werden. Etwas 200 dieser Texte schaffen es dann auf die Onlineseiten.
Mit einem maximalen Salär von ca. 15 Euro wird dabei niemand reich, aber die Möglichkeit, die eigene Meinung an Millionen Mitbürgern zu vermitteln ist den meisten Autoren genug sportlicher Anreiz.“ (Ende)

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